5.12.2013

Hasen in der Unterzahl – Wildschweine dominieren Niedersachsens Wildpopulation

Niedersachsens Jägerinnen und Jäger suchen nach Gründen

In 2013 schossen die Jägerinnen und Jäger in Niedersachsen mehr Wildschweine, Hirsche und Rehe als im Jahr zuvor. War 2012 noch ein Einbruch der Jagd auf Wildschweine zu erkennen, stieg die Zahl dieses Jahr um fast 30 Prozent. Dies ist ein wichtiger Faktor bei der  Schadensminimierung in der Landwirtschaft durch die Paarhufer. Eingerahmt in Aktionen der gesamten Jagd in Deutschland geht dies aus dem am vergangenen Donnerstag vorgestellten Landesjagdbericht hervor.

Jägerinnen und Jäger in Niedersachsen erlegten demnach knapp 50.000 Wildschweine im laufenden Jahr. Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, ermunterte die Jägerinnen und Jäger weiterhin auf verstärkte Jagd nach Wildschweinen zu gehen. Nicht nur schädigten die Tiere die Anbauflächen der Landwirte, sondern übertrügen zudem Krankheiten auf domestizierte Hausschweine.

Auffällig ist zudem ein deutlicher Rückgang an Wiesenvögeln. Dies beunruhigt das Landeswirtschaftsministerium und die Landesjägerschaft gleichermaßen. Vor allem Brachvögel, Kiebitze und Schnepfen wurden weniger verzeichnet. Aber auch Fasane und Rebhühner treten in dezimierten Populationen auf. Bemerkenswert ist dies, weil bereits in der Vergangenheit Landwirte in Niedersachsen sich zum Schutz der Weidenränder verpflichtet haben. Zurückzuführen ist der Bestandsrückgang wohl auf die Aktivitäten der natürlichen Feinde der Wiesenvögel wie Füchse und Marder. Eine Verbesserung der Situation wird sich von der  verstärkten Jagd durch die Jägerinnen und Jäger auf die Vogelfeinde  sowie durch weitere Naturschutzmaßnahmen versprochen.

Unklar bleibt jedoch für die Jägerinnen und Jäger, warum ein anhaltender Rückgang der Feldhasenpopulation zu verzeichnen ist. Verwunderlich ist dies zudem, da die Zahl der Säuger über Jahre stetig zugenommen hat. Entlang der Nordseeküste, in der Region Ems-Weser-Marsch, ist diese Entwicklung besonders deutlich zu erkennen. Um den Artenschutz der Tiere zu begünstigen wird nun untersucht ob Krankheiten, schlechte Witterung oder auch der Verlust des Lebensraums, durch verstärkten Maisanabau, Grund für den Rückgang sein könnten.

Noch selten kommt der Wanderfalke in Niedersachsen vor. Dies war nicht immer so. Die Jägerinnen und Jäger unterstützen daher aktiv die Rückkehr der Vögel. Bruthilfen sollen sie zum Verweilen einladen. Außerdem scheint der Wolf langsam seine Rückkehr nach Niedersachen zu verstärken. 22 Tiere sind bisher im Bundesland gezählt worden. Die Jägerinnen und Jäger werden die Wanderbewegungen dokumentieren, um mehr über das Leben und Verhalten der Raubtiere zu erfahren.

(dpa) Hannover