24.7.2026

Rekord beim Grünen Abitur

Quelle: Grell/DJV

Quelle: Grell/DJV

Die Jägerausbildung boomt: Noch nie haben so viele Menschen die Prüfung gemeistert. Gleichzeitig scheitert fast jeder Vierte – die Anforderungen bleiben hoch.

Deutschland verzeichnet einen Höchststand beim Jägernachwuchs: 18.423 Kandidatinnen und Kandidaten haben 2025 die staatliche Jägerprüfung erfolgreich absolviert. Damit hat sich die Zahl der Jungjäger binnen zwei Jahrzehnten mehr als verdoppelt. Parallel dazu kletterte allerdings auch die Durchfaller-Quote. Sie legte im gleichen Zeitraum um ein Drittel zu und liegt inzwischen bei 24 Prozent.

Diese Zahlen hat der Deutsche Jagdverband (DJV) veröffentlicht und liefert auf landesweite Daten. Demnach führt Bayern das Ranking klar an: 4.942 Personen bestanden dort die Prüfung, dicht gefolgt von Niedersachsen mit 4.610. Mit deutlichem Abstand folgen Baden-Württemberg (1.494) und Mecklenburg-Vorpommern (1.466).

Immer mehr Frauen zieht es ins Revier

Die noch laufende DJV-Jungjägerbefragung, an der sich bislang rund 4.500 Personen beteiligt haben, zeigt: Mittlerweile sind über 29 Prozent der Prüflinge weiblich. Innerhalb von 15 Jahren ist dieser Anteil damit um fast die Hälfte gewachsen.

Naturerlebnis schlägt Waffeninteresse

Was treibt die Menschen zur Jägerausbildung? Die Befragung zeigt ein klares Bild: An der Spitze steht mit 69 Prozent das Bedürfnis, Natur intensiv zu erleben. Dahinter rangieren der aktive Einsatz für den Naturschutz (63 Prozent) und die Gewinnung von Wildfleisch als Lebensmittel (46 Prozent). Weit abgeschlagen dagegen die Faszination für Waffen: Nur 5 Prozent nennen sie als Motiv.

Drei Prüfungsteile – keine zweite Chance bei Waffenfehlern

Wer den Jagdschein anstrebt, muss drei Hürden nehmen: einen schriftlichen Teil, eine mündlich-praktische Prüfung und die Schießprüfung. Inhaltlich spannt sich der Bogen von der Jagdpraxis über Wildbiologie und Tierkrankheiten bis hin zum Waffen- und Naturschutzrecht. Zur Vorbereitung rät der DJV zu mindestens 120 Stunden Theorie sowie zusätzlich 40 bis 50 Stunden Praxisunterricht. Besonders streng wird der Umgang mit der Waffe bewertet: Wer hier Fehler macht oder beim Schießen zu schwach abschneidet, fällt sofort durch. Gute Ergebnisse in anderen Prüfungsteilen können das nicht auffangen.

Behörden prüfen jeden angehenden Jungjäger

Mit der bestandenen staatlichen Prüfung ist der Weg zum Jagdschein noch nicht frei. Die zuständigen Behörden nehmen anschließend jeden Jungjäger unter die Lupe: Standardmäßig werden Polizei und Verfassungsschutz abgefragt, um die waffenrechtliche Zuverlässigkeit und persönliche Eignung festzustellen. Bei Bedarf kann zusätzlich ein medizinisches Gutachten verlangt werden. Erst wenn diese Überprüfung ohne Beanstandung verläuft, wird der Jagdschein ausgestellt.