Im vergangenen Jagdjahr 2018/19 haben Jäger in Deutschland 61.953 Nutria erlegt. (Quelle: Kauer/DJV)

25.03.2020

Rekordzahl an Nutrias erlegt

Knapp 62.000 Nutria haben Jäger 2018/19 erlegt – das entspricht einem Plus von 261 Prozent in zehn Jahren. Ihre Ausbreitung ist eine Gefahr für Deichschutz und Artenvielfalt.


Im vergangenen Jagdjahr 2018/19 (1. April bis 31. März) haben Jäger in Deutschland 61.953 Nutria erlegt. Das sind knapp 18 Prozent mehr als im Jahr zuvor und 261 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Aufgrund anhaltend milder Winter kann sich die eingewanderte Art stark ausbreiten. Der wenig scheue Pflanzenfresser aus Südamerika untergräbt Deiche und frisst bedrohte Röhrichtarten – und schädigt damit auch Lebensräume seltener Arten. Das Bundesamt für Naturschutz empfiehlt deshalb an gefährdeten Orten den systematischen Einsatz von Lebendfangfallen und den Abschuss. Der DJV begrüßt diese Position, und weist darauf hin, dass auch für Waschbär und Marderhund eine intensive Jagd notwendig ist, um die Bestände einzudämmen.

Daten des von Jägern gegründeten Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD) zeigen die Verbreitungsschwerpunkte der Nutria: im westlichen und östlichen Niedersachsen (Ems, Elbe), in Nordrhein-Westfalen, im Westen Baden-Württembergs (Rhein), im Norden Sachsen-Anhalts (Elbe) sowie im Nordwesten und Süden Brandenburgs (Havel, Schwarze Elster, Spreewald, Neiße).