22.9.2026

Rekordzahlen bei der Nutria-Jagd

Quelle: Rolfes/DJV

Quelle: Rolfes/DJV

Im Jagdjahr 2024/25 erlegten Jäger 131.157 Nutrias, rund 1.700 Prozent mehr als vor 20 Jahren. Rekordwert – und ein wichtiger Beitrag zum Arten- und Hochwasserschutz.

Vögel, Fische und Amphibien freuen sich: 131.157 Nutrias wurden im vergangenen Jagdjahr von Jägerinnen und Jägern erlegt – so viele wie nie zuvor. Wo es im Jagdjahr 2004/05 noch 7.794 erlegte Tiere der invasiven Art waren, sind es nun rund 1.700 Prozent mehr. Damit leisten die meist ehrenamtlichen Jäger einen großen Beitrag für die Artenvielfalt. Denn: Nutrias können Schilfgürtel innerhalb weniger Jahre vernichten – und zerstören damit die Lebensgrundlage vieler heimischer Arten.

Regional zeigen sich große Unterschiede

Niedersachsen liegt mit knapp 54.000 erlegten Tieren auf Platz 1. Dahinter folgt Nordrhein-Westfalen mit über 41.000 Nutrias. Damit entfallen mehr als zwei Drittel der bundesweiten Jagdstatistik auf die beiden Bundesländer. In mehr als einem Drittel der deutschen Jagdreviere werden schon Nutria-Vorkommen gemeldet, wie das WILD-Monitoring des Deutschen Jagdverbands zeigt. Dabei taucht die invasive Nutria besonders im Norddeutschen Tiefland auf, wo sie in den großen Fließgewässern Rhein, Ems, Weser und Elbe sowie deren Nebenarmen ideale Lebensgrundlagen findet.

Wichtiger Beitrag zum Arten- und Hochwasserschutz

Die Nutria stammt ursprünglich aus Südamerika und wurde in den 1920er Jahren wegen ihres Fells und Fleisches nach Deutschland gebracht. Sie bedroht heimische Tiere und Pflanzen und zählt damit laut Europäischer Union zu den gebietsfremden invasiven Arten. Deutschland ist deshalb verpflichtet, ihren Bestand einzudämmen. Dass dies auch nötig ist, zeigt sich zum Beispiel am Niederrhein. Dort haben Nutrias innerhalb weniger Jahre über 90 Prozent des Schilfs vernichtet und damit zahlreichen Vogel-, Fisch- und Amphibienarten zugesetzt. Zudem unterhöhlen sie Deichanlagen und gefährdet somit den Hochwasserschutz.