Anlässlich des Weltkatzentags macht der DJV darauf aufmerksam, dass verwilderte Hauskatzen die Artenvielfalt gefährden. (Quelle: DJV)

04.09.2019

Wilde Hauskatzen bedrohen Artenvielfalt

Verwilderte Hauskatzen töten hierzulande jährlich mindestens 100 Millionen Vögel. Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert eine generelle Kastrations- und Registrationspflicht, um deren unkontrollierter Fortpflanzung entgegenzuwirken.


In deutschen Haushalten leben insgesamt rund 14,8 Millionen Hauskatzen. Hinzu kommen rund zwei Millionen ohne Besitzer. Hochrechnungen zufolge gehen auf das Konto der Streuner pro Jahr mindestens 100 Millionen Vögel sowie 300 Millionen kleine Säugetiere und Reptilien. Der DJV fordert deshalb eine bundesweite Kastrations- und Registrationspflicht für Hauskatzen nach dem Paderborner Modell, welches bereits in hunderten Kommunen Verwendung findet. „Ziel muss es sein, die Quelle verwilderter Hauskatzen zum Versiegen zu bringen“, sagt DJV-Pressesprecher Torsten Reinwald. Gerade Freigänger dürften nicht die Chance haben, sich mit bereits besitzerlosen Hauskatzen zu paaren. Tierschutz sei für Jäger unteilbar und gelte auch für Wildtiere.

Blick über die Landesgrenzen

In Großbritannien töten Hauskatzen nach wissenschaftlichen Hochrechnungen 275 Millionen Wildtiere, in den USA allein vier Milliarden Vögel. Experten einer australischen Studie der Charles Darwin Universität in Casuarina weisen Katzen die Hauptschuld am Aussterben mehrerer Säugetierarten auf ihrem Kontinent zu. Die internationale Weltnaturschutzunion (IUCN) listet die Katze auf Platz 38 der 100 gefährlichsten invasiven Arten.