Der DJV sieht dringenden Handlungsbedarf, damit die Zahl getöteter Schafe, Ziegen, Pferde oder Rinder nicht weiter exponentiell ansteigt. (Quelle: Rolfes/DJV)

30.04.2019

Wolfattacken um 66 Prozent gestiegen

Die Zahl der Nutztierrisse, die auf das Schadenskonto des Wolfes gehen, ist rapide gestiegen. Bei Rindern stieg der Anteil um 46 Prozent binnen eines Jahres.


2017 kam es in Deutschland zu 472 Nutztierübergriffen durch Wölfe. 1.667 Tiere wurden dabei getötet, verletzt oder vermisst – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr um rund 55 Prozent. Die Zahl der offiziell erfassten Angriffe stieg sogar um zwei Drittel. Hauptsächlich betroffen sind Schafe und Ziegen, zunehmend aber auch große Weidetiere wie Rinder. Ihr Anteil wuchs innerhalb eines Jahres um fast die Hälfte an. Das geht aus der aktuellen Schadensbilanz der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) hervor.

Angesichts dieser drastischen Zahlen fordert der Deutsche Jagdverband (DJV) eine wildökologische Raumplanung für Isegrim. „Der Wolf hat in Deutschland ein Existenzrecht. ‚Willkommen Wolf‘ allein reicht aber nicht“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke. Es sei eine gesamtgesellschaftliche Entscheidung, wie viele Wölfe Deutschland vertrage.

Der Wolfsbestand in Deutschland hat sich in den letzten Jahren rasch entwickelt und ausgebreitet. Dem DBBW-Bericht (Link einfügen) zufolge wurden im Monitoringjahr 2017/18 73 Rudel (Wolfsfamilien), 30 Wolfspaare und drei Einzelwölfe nachgewiesen. Die meisten Wölfe leben derzeit in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.

Auf Basis eines kürzlich vorgelegten Raumplanungskonzeptes sollen künftig in urbanen Gebieten, im alpinen Raum oder bei Weidetierhaltung mit großem Konfliktpotenzial keine territorialen Wolfsrudel geduldet werden. In Wolfsschutzarealen hingegen soll sich der Wolf unbeeinflusst entwickeln können. Ähnliches gilt für sogenannte Wolfsmanagementareale, in denen der Wolf grundsätzlich toleriert – seine Bestände aber auf Basis der individuellen Akzeptanzgrenzen in den Ländern reduziert werden sollen.